Am Puls der Zeit

Wieso, weshalb, warum: Einige Plakattribute

Es war einmal, da vermochten Plakate – man glaubt es heute kaum – selbst den eiligen Betrachter zu bezaubern. Ob sie für Produkte warben oder für Ferienorte, für Veranstaltungen oder Ideen: Blickfang folgte auf Blickfang, Kunst und Kommerz waren eins, am Puls der Zeit – wobei das Streben nach der kühnen, Aufmerksamkeit erregenden Synthese von Bild und Text die Urheber der Plakate immer wieder zu frischen, kraftvollen Lösungen trieb.

Zunächst meist von bildenden Künstlern, dann von Vertretern der sich entwickelnden Gilde der Gebrauchsgraphiker und Typographen entworfen, druckten Meister ihres Fachs die Plakate als Lithographien in satten Farben und schweisstreibender Handarbeit von fast schon tonnenschweren Kalksteinen. Das verstärkte Aufkommen der Photographie und der Siegeszug des günstigeren Offset-Drucks, der – im Falle der Schweiz – nach dem Zweiten Weltkrieg Fahrt aufnahm, waren der Anfang vom Ende der lithographierten Plakate.

Die Nähe zum Alltag der Menschen, verbunden mit der damals noch weitgehenden künstlerischen Freiheit der Gestalter und den kräftigen Farben des Steindrucks, erklärt denn auch den Reiz der bis ca. 1960 entstandenen Plakate, dem sich kaum jemand entziehen kann. Es sind Zeugen längst vergangener Zeiten, die vielleicht nicht besser waren, in denen Kunst und Kommerz aber auf eine prächtige Weise harmonierten wie seither nie wieder.

Dabei ist es oft reiner Zufall, dass einzelne Blätter der damals in einer Auflage von wenigen hundert Exemplaren bis heute überlebt haben, selbst wenn es bereits früh Liebhaber und öffentliche Institutionen gab, die den ästhetischen und (kunst)historischen Wert von Plakaten erkannten und diese sammelten. Es handelte sich nun mal um unhandliche, empfindliche Gebrauchsgegenstände, auf billiges Papier gedruckt, für den Aushang bestimmt und damit dem Untergang innert weniger Wochen geweiht. Dementsprechend sind erhaltene Exemplare, die von namhaften Urhebern wie Emil Cardinaux, Otto Baumberger oder Martin Peikert stammen, mit denen zudem mondäne Winterkurorte oder traditionsreiche Marken propagiert wurden und die die Botschaft erst noch attraktiv zu vermitteln verstanden, begehrte Werke.

Wenn solche Plakate sich trotz ihres ursprünglich ephemeren Charakters, trotz ihrer Grösse und trotz ihrer Verletzlichkeit in einem vergleichsweise noch sehr guten Zustand befinden, werden aus begehrten Werken überaus gesuchte Trophäen und Sammlerobjekte – was sich wiederum durchaus in fünfstelligen Preisen niederschlagen kann. Dies sind indes auch jene Blätter, die gewissermassen zum Kanon gehören und bei denen sich die Investition trotz der bisherigen Wertsteigerung nach wie vor lohnen kann.


  

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