Marque PKZ
| Urheber | Otto Baumberger |
|---|---|
| Druckjahr | 1923 |
| Drucktechnik | Lithographie |
| Druckerei | Wolfsberg |
| Zustand | |
| Angebotspreis (CHF): | |
| Blattgrösse (cm) | |
| Kategorien | Mode & Beauty, PKZ, Schweiz |
1 vorrätig
Es war einmal, da schossen die Avantgardisten Mart Stam und El Lissitzky ein klassisches Eigentor, als sie 1924 einen kurzen Aufsatz über Plakate verfassten, veröffentlicht in der Schweizer Zeitschrift «ABC – Beiträge zum Bauen», die sich mit Design in all seinen Facetten befasste. Ihre Argumentation zusammengefasst: Angesichts geschäftiger und eiliger Passanten müsse ein Plakat das Produkt so zeigen, wie es ist: wahrhaftig. Daher sei eine fotomechanische Reproduktion des Produkts jeder gezeichneten Interpretation vorzuziehen, die dem Betrachter was vorgaukle.
Als Beispiel für ein solch gelungenes Produktplakat wählten Stam und Lissitzky ein von Otto Baumberger entworfenes Motiv, das einen Ausschnitt eines Mantels zeigt und welches er 1923 für den Schweizer Herrenausstatter PKZ angefertigt hatte.
Nur: Baumberger hatte dieses Plakat auf Lithographie-Steine gezeichnet. Sowohl Baumberger als auch die Drucker der Graphischen Anstalt J. E. Wolfensberger leisteten indes eine derart hervorragende Arbeit, dass sie – unbeabsichtigt – die beiden Exponenten der Moderne in die Irre führten (wobei man schon davon ausgehen muss, dass Stam und Lissitzky bloss eine Schwarz-Weiss-Abbildung des Plakates sahen, nicht das Blatt an sich).
So oder so: Baumberger nahm mit diesem Plakat die Ära des Schweizer Sachplakats sowie insbesondere des Magischen Realismus vorweg. Nicht, weil er eine neue Strömung lancieren wollte. Sondern weil es ihm in diesem Fall angebracht schien, die Qualität und Verarbeitung des Mantels geradezu haptisch erlebbar zu machen.
Man mag nun einwenden, dass Baumbergers Zylinder für das Hutgeschäft Baumann ja bereits 1919 entstand und damit doch einiges früher als der PKZ-Mantel. Ja, gut, das hat was. Gleichwohl liegen angesichts des Grades an Präzision, der Anzahl der Farben (also auch der Steine) und damit insgesamt der Komplexität doch Welten zwischen diesen beiden Motiven.
Das erste Schweizer Plakat, das dann tatsächlich ein photographisches Element halbwegs in die Gestaltung einband, war (erst) 1929 jenes von Walter Cyliax, dem aus Deutschland stammenden künstlerischen Leiter der Druckerei der Gebrüder Fretz, welches er – von El Lissitzkys im selben Jahr anlässlich der «Russischen Ausstellung» im Kunstgewerbemuseum Zürich entworfenen Plakat zweifellos schwer beeindruckt – thematisch sehr passend für Koch kreierte, den Zürcher Optiker und Hersteller von Objektiven.
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