| Urheber | Hans Neuburg |
| Druckjahr | 1958 |
| Blattgrösse (cm) | 100×70 |
| Drucktechnik | Linoldruck |
| Druckerei | Bollmann |
| Zustand | A |
| Angebotspreis | 2'100 CHF |
| Kategorien | Design & Architektur |
Originales Plakat, entworfen von Hans Neuburg anlässlich der Ausstellung Konstruktive Grafik 1958 im Kunstgewerbemuseum Zürich, in deren Rahmen Arbeiten der Zürcher Graphiker Richard P. Lohse, Hans Neuburg und Carlo Vivarelli gezeigt wurden: allesamt Apologeten einer Gestaltung, die auf einer präzisen Struktur basiert, jegliche Anzeichen von Persönlichkeit oder Kunstfertigkeit ausblendet und ganz im Dienst der Information steht – jener Stilrichtung also, die später und bis heute als Swiss Style bezeichnet wird (was nicht heisst, dass sie konkurrenzlos war; manch einer hielt sie für kalt, repetitiv, formalistisch).
Die von Josef Müller-Brockmann – ein weiterer Vertreter der strengen Zürcher Schule, der ein Jahr zuvor gar die Fachklasse für Grafik an der Kunstgewerbeschule übernahm – verantwortete Ausstellung erwies sich dann gar als der Nukleus der programmatischen “Neue Grafik – Die Internationale Zeitschrift für Grafikdesign und verwandte Themen”. Zwischen 1958 und 1965 veröffentlichte das aus den vier Graphikdesignern bestehende Redaktionskollektiv 18 Ausgaben, in denen Protagonisten der Schweizer Schule resp. insbesondere der Zürcher Fraktion einen essenziellen Diskurs über die Grundlagen nicht nur des konstruktiven Designs führten, sondern über die Grundlagen der Kommunikation in einer sich zunehmend verwebenden Welt an sich.
Mit anderen Worten: Beim International Typographic Style, wie er auch bezeichnet wird, geht es keineswegs bloss um Plakate, sondern auch um Signete und Logos, Inserate, Broschüren, ja selbst um die Gestaltung von Messeständen, oder kurz: um die Corporate Identity.
Im Nachhinein zeigte sich, dass die dreisprachig erschienene Zeitschrift auf Berufskollegen in der westlichen Hemisphäre einen derartigen Einfluss hatte, dass sie so etwas wie die Bibel in Sachen graphische Gestaltung wurde, die den sachlich-konzeptionellen Ansatz vor allem auch im sich gerade erst entwickelnden Corporate Design von zunehmend global agierenden Unternehmen bekannt machten. So hat die “Neue Grafik” den Siegeszug des “Swiss Style” vielleicht nicht erst ermöglicht, aber dessen Wirkungsmacht sicher sehr viel breiter gestreut. Und das alles wegen einer Ausstellung, über die in der Presse kaum berichtet wurde.
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